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Abwicklung einer Lichtbandsanierung durch ESSMANN

Aufgabenstellung:

Energiekosten
Nicht zuletzt durch die Ökosteuer sind in den letzten Jahren die Energiekosten erheblich gestiegen. Aber auch das Umweltbewusstsein und die Sensibilität im Umgang mit der Energie hat sich verstärkt.

In industriellen Gebäuden geht viel Energie durch alte, einschalige und/oder defekte Oberlichtverglasungen verloren. Bis zur ersten Energiekrise wurden häufig einschalige Verglasungen zur Belichtung der industriellen Gebäude eingebaut, die oft einen U-Wert von lediglich 8 Watt pro m2 Kelvin hatten. Je nach Größe der Verglasungsfläche des Gesamtgebäudes, geht entsprechend viel Energie durch Transmissions- und Leckageverluste verloren. Der reine Transmissionswärmeverlust bezogen auf 1 m2 einschalige Verglasungsfläche kann je nach Temperaturdifferenz leicht zwischen 200 und 300 Watt pro m2 betragen.

Unfallgefahr
Die Tragkonstruktion der Verglasung wurde früher häufig aus nicht korrisonsgeschützten Materialien eingesetzt. Aufgrund der Feuchtigkeitsbildung entstanden Korrisionen, so daß häufig auch die Unterkonstruktion der Verglasung den statischen Anforderungen nicht mehr genügte. Dadurch wurde eine mögliche Einsturz- und Unfallgefahr verursacht. Durch die Sonneneinstrahlung kam es auch zu Spannungsrissen innerhalb der Verglasung, so dass erhöhte Leckageverluste oder sogar ein Glaseinsturz zu befürchten waren.

Überhitzung
Genau wie im Winter die Energie durch die einschalige Verglasung nach außen verloren geht, kommt es im Sommer bei Sonneneinstrahlung auf der Verglasung zu Hitzeproblemen im Gebäudeinneren. Viele Firmen halfen sich mit einem Anstrich der Verglasung, die die Sonneneinstrahlung deutlich reduzierte, aber gleichzeitig auch den Lichteinfall.

Optik

Durch Anstrich oder Korrosion und Glasbruch sehen die Verglasungen optisch nicht besonders gut aus. Sofern sie von außen einsichtbar sind, können sie das Image des Gebäudes negativ beeinflussen.

Ist-Analyse 
Zur Verbesserung dieser Situation analysieren unsere Fachberater die vorhandene Konstruktion im Bezug auf Demontierbarkeit, Statik der Unterkonstruktion, Dachanschlußdetails und möglicher Neumontage. Sollten Überhitzungsprobleme
in den Sommermonaten aufgetreten sein, können unsere Fachberater auch die lüftungstechnischen Konditionen innerhalb der Halle analysieren und mit dem Sanierungsvorschlag auch gleichzeitig eine lüftungstechnische Verbesserung der Gebäudesituation erarbeiten.

Lösungsvorschläge:

1. Option: Optimierung der vorhandenen Konstruktion
Ist die vorhandene Konstruktion und Verglasung noch in relativ gutem Zustand, kann der Energieverlust durch Aufbau von zusätzlichen Kunststoffmaterialien deutlich verbessert werden. Hierbei bleiben die vorhandene Unterkonstruktion und das Glas bestehen. Mit speziellen Profilen wird auf oder unter die Konstruktion eine Kunststoffplatte montiert, durch die eine zusätzliche Luftschicht entsteht. Die Decksprossen und Firstprofile sorgen für ein optisch einwandfreies Bild und verbessern den U-Wert bis auf Werte unter 2 Watt pro m2 Kelvin. Gleichzeitig werden auch die Blendwirkung und die Wärmeeinstrahlung im Sommer optimiert.

2. Option: Demontage der Verglasung / Nutzung der Unterkonstruktion
Ist die Verglasung zerstört oder optisch nicht mehr einwandfrei empfiehlt sich häufig der Austausch dieser Scheiben. Sollte die Unterkonstruktion nicht verrostet und statisch noch tragfähig sein, können dann die unterschiedlichsten Kunststoffmaterialien zur Sanierung herangezogen werden. Im industriellen Bereich entscheidet man sich hierbei häufig für eine 16 mm U-Struktur-Scheibe die in opalisierter Ausführung einen K-Wert von 2,0 Watt pro m2 hat und ein sehr günstiges Preis-Leistungsverhältnis darstellt. In aller Regel werden die Decksprossen dann ebenfalls in neuem Aluminiummaterialien angefertigt, so dass neben der Energieverbesserung auch eine entsprechende Optik entsteht.

3. Option: Demontage der kompletten Verglasung
Stellt sich bei der Ist-Analyse heraus, daß auch die Unterkonstruktion nicht mehr tragfähig ist so empfiehlt sich die Demontage der gesamten Konstruktion. Zum Neuaufbau stehen dann in aller Regel zwei verschiedene Systeme zur Verfügung. Einerseits zur Wiederherstellung der gleichen Optik die Satteloberlichter in 30 oder 45 °C Neigung. Andererseits auch die gewölbten Lichtbänder, die in aller Regel das zu beheizende Luftvolumen reduzieren und ebenfalls einen guten U-Wert aufweisen. Die energietechnischen Eigenschaften der Kunststoffmaterialien sind ansonsten gleichbleibend. Je nach Spannweite stehen die unterschiedlichsten Materialstärken zur Verfügung, so daß für jeden Anwendungsfall eine individuelle Lösungsmöglichkeit vorhanden ist.

Thermische Lüftung / Rauch- und Wärmeabzugsanlagen
Im Zuge der Sanierung, d.h. der Demontage, von Glas werden in aller Regel auch die vorhandenen Flügel mit demontiert. Diese sind mit Kunststoff schwer isolierbar und stellen auch im Hinblick auf die Leckageverluste ein deutliches Risiko dar. Zur Verbesserung der Lüftungsbedingungen lassen sich in die Konstruktionen thermische Lüftungsgeräte integrieren, die in Form von Jalousien, Haubenlüftern in einflügeliger oder zweiflügeliger Ausführung zur Verfügung stehen. Neben dem Einfluß der thermischen Entlüftung durch die hiezu konstruierten Systeme kann durch einen geringen Mehraufwand auch die Funktion des Rauch- und Wärmeabzugs (RWA) erbracht werden.

Mechanische Lüftung
Zeigen die Ist-Untersuchungen, dass zusätzlich zur Verbesserung des Gebäudeklimas mechanische Zu- oder Abluft erforderlich wird, können auch diese Systeme problemlos in die vorhandene Lichtkonstruktion integriert werden.