Siemens - Mehr Licht für die Endmontage
Die Siemens AG mit Stammsitzen in Berlin und München zählt weltweit zu den größten und traditionsreichsten Firmen der Elektrotechnik und Elektronik. In rund 190 Ländern unterstützt das vor 160 Jahren gegründete Unternehmen seine Kunden mit innovativen Techniken und umfassendem Know-how. Der Konzern ist auf den Gebieten Industry, Energy und Healthcare tätig.
Der Sector Industry wendet sich mit seinen Produkten und Lösungen an Industriekunden aus Produktions-, Transport- und Gebäudetechnik. Er besteht aus sechs Divisionen, darunter die Divison Mobility. Mit ihrem Ansatz "Complete Mobility" verfolgt die Division das Ziel, verschiedene Verkehrssysteme miteinander zu vernetzen, um Menschen und Güter effizient zu transportieren. Der Geschäftsbereich vereint dabei Kompetenzen bei Betriebsführungssystemen für Bahn- und Straßenverkehrstechnik mit Lösungen bei Flughafenlogistik, Postautomatisierung und Bahnstromversorgung sowie Schienenfahrzeugen im Nah-, Regional- und Fernverkehr.
Sanierung alter Drahtglaskonstruktionen
Am traditionellen Standort in Krefeld-Uerdingen werden seit über 50 Jahren Züge montiert. Bei einer gründlichen Bausanierung wurden die zusammenhängenden Dachflächen zweier Endmontagehallen samt Satteloberlichtbänder saniert. Diese alten Drahtglaskonstruktionen waren mit den Jahren undicht geworden. Die Dachsanierungsfläche betrug insgesamt 15.500 m².
Mit der Planung der neuen Dächer beauftragte der Bauherr die Architekten BKR aus Essen. Den Auftrag zur neuen Dachabdichtung sicherte sich der Verarbeiter F.-W. Niemann GmbH Bedachungen aus Bocholt. Die Gesamtkoordination zwischen Planern und ausführenden Gewerken übernahm die ESSMANN GmbH aus Bad Salzuflen. Lichtkuppeln und Lichtbänder bilden seit jeher das Kerngeschäft von ESSMANN. Mit technisch hoch entwickelten und gleichzeitig effizienten Tageslichtsystemen können alle Vorzüge des natürlichen Lichts sinnvoll ausgenutzt werden. Funktionalität wird dabei groß geschrieben. Wenn es um die drei zentralen Elemente moderner Flachdachgestaltung - Licht, Luft und Sicherheit - geht, macht niemand ESSMANN so leicht etwas vor. Die Tageslichtspezialisten haben sich im Jahre 2007 neu strukturiert und sind versierte Projektentwickler auch für Sanierungsprojekte. Speziell bei diesem Projekt bei der Siemens AG in Krefeld, musste unter besonderer Berücksichtigung der statischen Anforderungen, der Auflagen des vorbeugenden Brandschutzes gemäß DIN 18232 und wegen spezieller Vorgehensweisen die Dachsanierung bei laufender Produktion durchgeführt werden.
Lichtbandmontagen bei laufender Werktätigkeit
Da die Sanierung der Dachflächen bei laufendem Betrieb in der Montagehalle realisiert werden musste, entwickelte man für die Einrüstung der betroffenen Flächen sowie der Demontage und Montage jedes einzelnen Lichtbandes Detail-terminpläne. Die Dacharbeiten waren auf die Montageabfolgen in der Halle abzustimmen. Baubeginn war April 2006, Fertigstellung April 2007.
Den Abriss und den Transport des Altmaterials organisierten die Handwerker unterhalb der Woche, die Montagen wurden an den Wochenenden und zwar in einem festgelegten Zeitfenster, das mit der Produktion abgestimmt war, durchgeführt. In den montagefreien Zeiträumen, deckten die Dachdecker die Stirnseiten der Dachkonstruktion auf, brachten Bohlen ein, die man mit Spezialgelenkbühnen sicherte. Anschließend wurde der Bohlenbelauf mit einer Spezialfolie abgeklebt. Auf die Spezialfolie nagelten die Dachdecker zur zusätzlichen Absicherung eine Holzspanplatte und stellten damit sicher, dass während der laufenden Produktion, die jeweils montags wieder begann, keinerlei Schmutzpartikel vom Abriss in die laufende Zugendmontage eindringen konnte.
Arbeitszelte über den alten gebogenen Sattellichtbändern mit Öffnung zu den beiden Stirnseiten verhinderten zuverlässig den Wassereintritt ins Gebäude-innere und sicherten den Arbeitsbereich gegen Wind und schlechtes Wetter.
Anpassung von zwei unterschiedlichen Dachaufbauten
Die Halle weist zwei völlig unterschiedliche Konstruktionen auf. Die Halle 11 A besteht aus einem Stahlbau mit einer Trapezprofil-abdeckung. Die Halle 11 b besteht aus einem Stahlbetonskelettbau mit einer Dachkonstruktion aus Porenbetonelementen. Entsprechend wurden die neue Unterkonstruktion sowie die Dachaufbauten angepasst. Das Dachschichtenpaket der Halle 11 A besteht aus einem Stahltragwerk, der Trapezprofildeckung, Dampfschicht mit Rockwool-Mineralwolldämmung 140 mm und einer einlagigen Icopal-Dachabdichtungsbahn. Der Dachaufbau der Halle 11 B besteht aus einem Stahlbetontragwerk, Poren-betondielen, einer Dampfschicht mit Rockwool-Mineralwolldämmung 120 mm und einer einlagigen Icopal-Dachabdichtungsbahn. Um eine geordnete Dach-unterschicht zu erreichen, wurde die gebogene Konstruktion der Oberlichtbänder auf das vorhandene Konstruktionsraster der Hallen angepasst.
Für das Krefelder Referenzobjekt entschied man sich für den Einsatz des gewölbten ESSMANN-Lichtbandsystems vom Typ 940/10. Auf der gesamten Dachfläche sorgen insgesamt 41 neue Oberlichtbänder gleichen Typs, in unterschiedlicher Breite und Länge ausgeführt, für jede Menge Tageslichteinfall. Neun der Lichtbänder messen 3,10 m x 55,00 m, acht weitere messen 4,50 m x 55,00 m und 24 Lichtbänder messen 4,00 m x 24,00 m (jeweils Breite x Länge). Alle Lichtbänder sind zusätzlich mit natürlichen Rauch- und Wärmeabzugsgeräten (RWA) vom Typ F6 mit thermisch-pneumatischer Auslösung ausgerüstet und teilweise auch mit Lüftungsmotoren ausgestattet. Das garantiert dem Bauherrn ausreichenden Brandschutz nach der geltenden Norm DIN 18232 und zu jeder Jahreszeit bestmögliche Be- und Entlüftungsmöglichkeiten seiner Werkshalle.
Mehr Tageslicht - besseres Arbeiten
Durch die verschmutzte alte Drahtglasverglasung waren in der Halle nur diffuse Lichtverhältnisse, die es erforderten, die komplette Hallenbeleuchtung während der gesamten Arbeitszeit in Betrieb zu halten. Nach der Sanierung verfügt Siemens heute über eine hell ausgeleuchtete Endmontagehalle, in der die Arbeitsplätze unter ergonomischen Gesichtspunkten optimal nutzbar sind. Auf zusätzliche Ausleuchtung mit elektrischem Licht kann bei normalem Tageslicht verzichtet werden.